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Wir leben in einer Welt, die immer hektischer und lauter wird. Immer mehr "freies Land" wird zubetoniert. Wir machen uns die Erde untertan. Wir knechten und zerstören sie. Dadurch
wirdunser Leben immer ungesünder und ärmer. Wer hat schon in greifbarer Nähe noch so etwas wie unberührte Natur? Wem ist es denn noch möglich, in einem Wäldchen der Hektik des nervigen und stinkenden Alltags zu
entkommen? Wer das kann, der ist wirklich glücklich zu nennen.
Christiane Staack nennt ihr beruhigendes und doch geheimnisvoll leuchtendes Werk "Zuflucht". Und in der Tat: Es bietet Zuflucht...wem?
Zunächst einmal bieten die Bäume uraltem Mauerwerk Schutz und somit "Zuflucht". Wie alt mögen sie sein? Was für ein stolzes Gebäude einst in den Himmel ragte...warum es verwitterte, teilweise einstürzte....wir
können es dem Bild nicht entnehmen. Wir erkennen so etwas wie einen Weg von einst, der immer noch zu sehen ist. Teilweise wurde er von Bäumen eingenommen. Und doch kann der einsame Wanderer diesem friedlichen Weg
folgen. Zwischen zwei Mäuerchen geht es hindurch. Und hinten, im geheimnisvollen Licht des Waldes, da steht ein Gebäude...eine Ruine. Wir folgen dem Weg. Wir stehen vor dem Gebäude. Was mag es einst gewesen sein? Ein
stolzer herrschaftlicher Besitz? Oder gar ein uralter Tempel? Ein sakrales Bauwerk aus uralten Zeiten? Oder der Rest eines Klosters, das vor Jahrhunderten verlassen wurde? Wir bleiben vor der Ruine stehen. Wir
genießen die Stille des Waldes, die zur Zuflucht wurde...für das seit Ewigkeiten verlassene Gebäude. Gewiss, es ist zur Ruine verfallen....aber die Bäume schließen sich zu einem Dach und schützen das einst von Menschen
Gebaute viel besser als noch so teures Dach. Wir genießen die Zuflucht im Wald...fernab des Lärms der Zivilisation. Wir erkennen, dass das Gebäude einst Zuflucht war...und wieder Zuflucht sein kann. Wir betreten das
Gebäude und suchen einen bemoosten Stein, auf dem wir uns nieder lassen. Wir atmen ruhig die köstliche Luft ein. Vorsichtig blicken wir uns um. Wir finden Zuflucht in den Wipfeln der Bäume wie im Schatten der uralten
Mauern....Ob wir ein Tier zu Gesicht bekommen werden? Ob wir schon heimlich beobachtet werden...von einem Bewohner des Waldes, der erst einmal herausfinden muss, ob er vor uns Angst haben muss oder nicht. Kann er uns
vertrauen? Misstrauen ist angesagt, wenn ein menschlicher Zweibeiner im Wald erscheint. Wir nehmen das Bild von Christiane Staack als Zuflucht in Anspruch. Wir gehen zwischen den Mauern zum Gebäude im
Hintergrund. Wir betreten das Gebäude und erkennen....das Bild von Christiane kann uns als Eingang in eine Welt der Fantasie dienen. Wir müssen es nur wollen.
Christiane Staack hat uns eine Chance geboten, die wir immer wieder nutzen können, wenn wir wollen.
Walter-Jörg Langbein
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